Wenn “Erste Hilfe” besonders schwer ist

Notfallseelsorger beraten Begleitung von Kindern
Wenn “Erste Hilfe” besonders schwer ist

Katastrophen wie die Massenpanik bei der Duisburger Love-Parade sind für sie nur die Spitze eines Eisbergs. Die meisten ihrer bundesweit rund 11.000 Einsätze jährlich führen die Notfallseelsorger zu den kleinen Tragödien, wie den plötzlichen Tod eines Menschen. Und doch sind es die spektakulären Großereignisse, die einen besonders wunden Punkt ihres Dienstes deutlich machen.

Gerade dort treffen sie oft auf junge Menschen, die mangels Lebenserfahrung besonders schwer damit umgehen können. Auf ihrem 14. Bundeskongress am Wochenende in Erfurt – kurz nach dem zehnten Jahrestag des Amoklaufs am Gutenberg-Gymnasium der Stadt – stellten über 500 Notfallseelsorger der Kirchen und Krisenbegleiter anderer Träger dieses Thema in den Mittelpunkt.

Den gesamten Artikel und ein Interview mit Pater Jürgen Langer, der als Notfallseelsorger im Erzbistum Köln tätig ist finden Sie auf domradio.de

Internationales Forum am 21.April 2012 in Luxemburg

Am 21. April findet in Luxemburg ein internationales Forum zum Thema „Die psychologische Betreuung nach Großschadensereignissen in der Großregion“ statt.
Als Referent spricht unter anderm Dr. Andreas Müller-Cyran aus München, der über die Havarie der Costa Concordia und die psychosoziale Akutbetreuung von Überlebenden, Vermissten und Hinterbliebenen berichtet.

Einladung hier zum Download.

Anmeldeformular hier zum Download.

Anmeldungen sind bis zum 07.April einzureichen.

Einsätze im Jahr 2011

Die ÖNAK war im vergangenen Jahr 2011 insgesamt 54 Mal im Einsatz, um Menschen zu betreuen.
Und auch im noch neuen Jahr wurde die ÖNAK bereits in den ersten 10 Tagen zu 4 Einsätzen gerufen.
Diese Zahlen zeigen, wie wichtig die Arbeit der Notfallseelsorge und Krisenintervention ist.

Schwierige Arbeit mit ganz leisen Tönen

In der Nahe-Zeitung erschien am 03.12. ein Artikel über die Arbeit der ÖNAK und die Nachwuchssorgen, die unser Team plagt. Der Artikel ist ebenfalls online zu lesen.

Schwierige Arbeit mit ganz leisen Tönen – Artikel der Nahe-Zeitung

Beim Interesse an einer Mitarbeit besteht die Möglichkeit, sich über unser Kontaktformular an uns zu wenden, oder uns telefonisch unter 06785 / 27 65 15 eine Nachricht auf unseren Anrufbeantworter zukommen zu lassen.

Interview mit Christine Bronner, Leiterin des Ambulanten Kinderhospizes München

Sie erlebte das Schlimmste, was einer Mutter zustoßen kann – zwei ihrer Kinder starben. Das eine kurz vorm Geburtstermin, das andere kam viel zu früh auf die Welt und überlebte nicht. Christine Bronner und ihr Mann lebten unter Schock.

Christine Bronner spricht mit Sybille Giel über Verlust, den Umgang mit dem Leid. Eine bewegende Geschichte.

Auf Bayern2 zu hören unter “Eins zu Eins. Der Talk”

Eins zu Eins. Der Talk – als Podcast hier zu hören

Ordination unserer Mitarbeiterin zur Prädikantin

Unsere Mitarbeiterin Susanne Ludolf wurde heute im Verlauf eines Gottesdienstes in der evangelischen Kirche Kirschweiler zur Prädikantin ordiniert.
Als Prädikantin darf sie nun Gottesdienste gestalten und halten und auch eigene Predigten verfassen und verkündigen.
Zu ihrer Ordination beglückwünschen wir Susanne Ludolf und wünsche ihr im neuen Amt alles Gute.

Tagung für Notfallseelsorger im Bistum Trier

Professor Dr. Heinz-Günther Schöttler sprach vor den Teilnehmern zum Thema “Verstummen, klagen, anklagen, schweigen…Wenn die Würde von Menschen und die Rede von Gott auf dem Spiel stehen.”

Professor Schöttler

Trier – Sie sind dann da, wenn die Welt zusammenbricht: Notfallseelsorger stehen in existenziellen Extremsituationen bei, die über andere Menschen hereinbrechen und sie sprachlos zurücklassen. Ein schwerer Unfall, der Tod des Kindes, private wie große Katastrophen. Erstmals hatte der Arbeitsbereich Diakonische Pastoral des Bischöflichen Generalvikariats, in der die Notfallseelsorge angesiedelt ist, am Samstag, 24. September, zu einer Tagung geladen, die sich speziell an die rund 150 in der Notfallseelsorge Tätigen des Bistums Trier wendet. „Es soll ein spiritueller Impulstag sein“, sagte Brigitte Scherer, eine der Organisatoren. „Es geht darum zu fragen, wo nehmen wir unsere Kraft her, um den Menschen beistehen zu können?“

Rund 40 Teilnehmer waren der Einladung ins Trierer Robert-Schuman-Haus gefolgt. Sie beschäftigten sich in Kleingruppen mit Themen wie Ohnmachtserfahrungen, den Umgang mit dieser Erfahrung und mit Fragen der Motivation und der Kraftquellen für ihre Arbeit.

Als Gastreferent war Professor Dr. Heinz-Günther Schöttler aus Regensburg eingeladen. Er sprach zum Thema „Verstummen, klagen, anklagen, schweigen… Wenn die Würde von Menschen und die Rede von Gott auf dem Spiel stehen.“ Anhand von Stellen aus dem Alten Testament und Berichten aus der heutigen Zeit beleuchtete er die schwierige Aufgabe der Notfallseelsorger aus pastoraltheoretischer Sicht.

„Solche Situationen, wie Sie sie erleben, produzieren die Frage: Wer ist eigentlich dieser Gott, der so etwas zulässt“, wandte sich der Theologe an seine Zuhörer. „Sie sind an Orten tätig, in dem die Würde des Menschen und die Rede von Gott auf dem Spiel stehen.“ Anhand verschiedener Bibelstellen aus dem Alten Testament zeigte er neue Facetten des „eigentlich unmalbaren Gottesbildes“ auf. Wie beispielsweise das des angeklagten Gottes, der eben nicht, wie es die abendländische Vorstellung laut Schöttler transportiere, vor Verurteilung zu retten ist, damit er keinen Schaden nehme. „Gerade in prekären Situationen denke ich, könnten diese Facetten des Gottesbildes hilfreich sein.“

„Wir spüren, dass es zur Verantwortung gehört, vorsichtig von Gott zu sprechen, manchmal auch den Mund zu halten.“ Die kirchliche Rhetorik sei in manchen Situationen „hochtoxisch“. Oftmals werde der Eindruck erweckt, dass das Ziel der Kirche sei, so zu denken, dass Gott nicht geschadet wird. „Ihre Grundhaltung als Seelsorger sollte aber sein: Sie müssen Gott nicht retten, wenn er Gott ist, kann er selbst machen. Sie könne die Anklage Gottes zulassen und den Menschen damit ihr schlechtes Gefühl nehmen. Wir denken Gott zu allmächtig.“ Auch eine Anklage sei eine Beziehungsaufnahme. Als biblisches Beispiel, in dem Gott angeklagt wird, zog er etwa das Klagelied in Jesaja 63 und 64 zu Rate.

Er gab den Notfallseelsorgern auf den Weg: „Die Warum-Frage ist nicht zu beantworten. Wenn wir aber permanent so tun, als wäre sie es, geben wir den praktischen Atheisten eine Basis. Beantworten Sie also nicht Fragen, die nicht zu beantworten sind.“

Quelle: Bistum Trier